Das Wichtigste in Kürze
- AC-Wallboxen (11 oder 22 kW) passen am Firmenstandort, wenn Autos mehrere Stunden stehen, zum Beispiel über Nacht oder am Arbeitsplatz.
- DC-Ladesäulen (ab 50 kW) lohnen sich nur bei kurzen Standzeiten: Kundenparkplätze, Pool-Fahrzeuge oder Flotten mit schnellem Wechsel.
- Die Wahl hängt von drei Faktoren ab: Standzeit, Anzahl der Fahrzeuge und verfügbarer Netzanschluss.
- Lastmanagement verteilt den vorhandenen Strom auf mehrere Ladepunkte und ist ab drei Wallboxen fast immer sinnvoll.
- Eichrechtskonforme Hardware ist Pflicht, sobald Mitarbeiter oder Kunden den Strom bezahlen oder erstattet bekommen.
Was bedeutet AC und DC beim Laden eigentlich?
AC steht für Alternating Current, also Wechselstrom. DC steht für Direct Current, also Gleichstrom. Das öffentliche Stromnetz liefert immer Wechselstrom. Eine Batterie kann aber nur Gleichstrom speichern.
Bei einer AC-Wallbox fließt der Wechselstrom direkt ins Auto. Dort wandelt ein eingebautes Ladegerät, Fachleute sagen Onboard-Lader, den Strom in Gleichstrom um. Erst dann lädt die Batterie.
Bei einer DC-Ladesäule ist der Gleichrichter schon in der Säule eingebaut. Sie wandelt den Wechselstrom direkt vor Ort in Gleichstrom um. Der Onboard-Lader im Auto wird umgangen. Deshalb kann eine DC-Säule viel schneller laden.
Diese Technik hat Folgen für den Standort. DC-Säulen sind in Anschaffung und Installation deutlich teurer. Sie brauchen auch einen stärkeren Netzanschluss als AC-Wallboxen.

Wann reicht eine AC-Wallbox am Firmenstandort?
AC-Wallboxen mit 11 kW oder 22 kW sind heute der Standard am Firmenstandort. Sie passen gut, wenn Mitarbeiter ihr Auto mehrere Stunden auf dem Parkplatz abstellen. Auch Dienstwagen, die über Nacht oder am Wochenende auf dem Betriebsgelände stehen, lassen sich so zuverlässig laden.
Ein typischer Elektro-Pkw hat eine Batterie mit rund 60 bis 80 kWh Speicher (Richtwert). Mit einer 22-kW-Wallbox ist dieser Akku in etwa drei bis vier Stunden voll. Für die meisten Pendler reicht das völlig. Sie kommen morgens an und gehen abends mit vollem Akku nach Hause.
Auch für Flotten im Handwerk, in der Pflege oder in der Logistik ist AC oft die richtige Wahl. Die Fahrzeuge stehen abends und am Wochenende auf dem Hof. Zeit zum Laden ist reichlich vorhanden. DC-Schnelllader lohnen sich hier selten. Sie kosten ein Vielfaches und brauchen viel mehr Strom aus dem Netz.
Faustregel für die Erstentscheidung
Standzeit über zwei Stunden? → AC-Wallbox 11 oder 22 kW. Längere Standzeiten passen nicht zu DC. Die hohe Ladeleistung lässt sich gar nicht nutzen.
Wann braucht ein Unternehmen eine DC-Schnellladesäule?
DC-Laden wird sinnvoll, wenn die Standzeit kurz ist. In der Praxis gibt es drei typische Fälle am Firmenstandort:
- Kunden und Besucher: Hotels, Gaststätten oder der Einzelhandel wollen Gästen in 20 bis 30 Minuten viel Reichweite anbieten. DC passt hier.
- Flotten mit schnellem Wechsel: Lieferfahrzeuge, die morgens raus und mittags kurz zurückkommen, brauchen schnelles Nachladen. DC spart wertvolle Zeit.
- Pool-Fahrzeuge: Ein Firmenwagen wird von mehreren Mitarbeitern nacheinander genutzt. Er muss in der Mittagspause wieder voll werden.
DC-Säulen starten bei rund 50 kW (Richtwert). HPC-Säulen (High Power Charging) schaffen 150 kW, 300 kW oder mehr. Damit ist ein Akku in 15 bis 30 Minuten zu 80 Prozent voll. Höhere Leistungen sind immer teurer, im Gerät selbst und im Netzanschluss.

Welche Anschlussleistung und welches Lastmanagement brauchen Sie?
Jede Ladestation zieht Strom aus dem Netzanschluss Ihres Standorts. Ein typischer Gewerbeanschluss hat etwa 100 bis 400 kW Leistung (Richtwert). Eine 22-kW-Wallbox braucht rund 22 kW zusätzlich. Eine 150-kW-DC-Säule braucht 150 kW oder mehr.
Wenn nur wenige Wallboxen geplant sind, reicht der bestehende Anschluss oft. Bei vielen Ladepunkten oder DC-Säulen muss der Netzbetreiber den Anschluss verstärken. Das dauert und kostet Geld, je nach Standort mehrere Monate und fünfstellige Beträge.
Ein Lastmanagement verteilt den verfügbaren Strom auf mehrere Ladepunkte. So bekommen alle Autos Strom, ohne dass der Netzanschluss überlastet wird. Lastmanagement ist bei mehr als zwei oder drei Ladepunkten fast immer sinnvoll. Es spart teure Erweiterungen und ermöglicht späteres Skalieren.
| Kriterium | AC-Wallbox (11/22 kW) | DC-Säule (ab 50 kW) |
|---|---|---|
| Typische Standzeit | ab 2 Stunden | unter 1 Stunde |
| Ladezeit auf 80 % | ca. 2–4 Stunden | ca. 15–30 Minuten |
| Netzanschluss (Richtwert) | 11–22 kW pro Punkt | 50–300+ kW pro Punkt |
| Anschaffung (Richtwert) | niedrig bis mittel | mittel bis hoch |
| Einsatz am Standort | Mitarbeiter, Flotte nachts | Kunden, Pool-Fahrzeuge, schnelle Flottenwechsel |
Welche rechtlichen Anforderungen müssen Sie beachten?
Drei Punkte sind für die meisten Firmenstandorte wichtig. Wer sie früh klärt, spart sich böse Überraschungen bei Inbetriebnahme und Abrechnung.
- Eichrechtskonforme Abrechnung: Wenn Mitarbeiter oder Kunden den Strom bezahlen oder erstattet bekommen, muss die Ladestation eichrechtskonform sein. Das bedeutet: Die gelieferte Strommenge wird geeicht und nachvollziehbar abgerechnet. Nur so passt die Abrechnung gegenüber Finanzamt und Kunden.
- §14a EnWG: Seit 2023 dürfen Netzbetreiber steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen und Ladestationen in Spitzenzeiten kurzzeitig dimmen. Ladestationen über 4,2 kW fallen meist darunter. Im Gegenzug können die Netzentgelte je nach Netzbetreiber-Festlegung sinken.
- Ladesäulenverordnung (LSV): Sie regelt technische Anforderungen an öffentlich zugängliche Ladepunkte. Für reine Mitarbeiter-Parkplätze gilt sie oft nicht. Für Kunden-Parkplätze oder öffentliche Standorte ist sie Pflicht.
Früh mit dem Netzbetreiber sprechen
Klären Sie vor der Bestellung der Hardware, wie viel Anschlussleistung Ihr Standort hat und ob eine Erweiterung möglich ist. Das dauert oft mehrere Monate und bestimmt, wie viele Ladepunkte realistisch gleichzeitig laden können.
Welche Förderungen gibt es für Unternehmen?
Bund, Länder und KfW bieten verschiedene Programme für gewerbliche Ladeinfrastruktur. Drei Bausteine sind für viele Firmen relevant:
- KfW-Zuschüsse für Unternehmen, abhängig vom Standort und der Antragstellergruppe. Details und Konditionen ändern sich regelmäßig.
- THG-Quote: Betreiber von Ladestationen können mit den eingesparten CO2-Emissionen Einnahmen erzielen. Auch kleine Standorte lassen sich so refinanzieren.
- Steuerfreies Laden nach §3 Nr. 46 EStG: Strom, den Arbeitgeber Mitarbeitern und Dienstwagen-Nutzern kostenlos oder vergünstigt abgeben, ist seit 2024 steuer- und abgabenfrei.
Die Programme und Konditionen ändern sich regelmäßig. Eine aktuelle Beratung beim Energieberater oder direkt bei KfW und BAFA lohnt sich immer vor der Investition.

AC oder DC: die Entscheidungshilfe auf einen Blick
Eine ehrliche Standort-Analyse steht am Anfang jeder Planung. Erst danach wird die Hardware ausgewählt. Die folgenden Fragen helfen, die Richtung schnell festzulegen:
- Wie viele Fahrzeuge laden wann und wie lange? Erfassen Sie Ankunfts- und Abfahrtszeiten über mindestens eine Woche.
- Ist der Netzanschluss stark genug? Bei DC oder vielen AC-Punkten: früh den Netzbetreiber einbinden.
- Werden Mitarbeiter oder Kunden beteiligt? Dann eichrechtskonforme Hardware einplanen.
- Wie viele Ladepunkte sind heute und in drei Jahren nötig? Lastmanagement spart spätere Erweiterungen.
- Welche Förderung passt zum Vorhaben? Beratung vor der Bestellung hilft, Antragsfristen nicht zu verpassen.
Häufige Fragen
- Was kostet eine AC-Wallbox am Firmenstandort mit Installation?
- Eine 11- oder 22-kW-Wallbox samt Standardinstallation liegt als Richtwert grob im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Langer Kabelweg, Tiefgarage oder Netzerweiterung können den Preis deutlich erhöhen. Ein verbindliches Angebot liefert erst die Vor-Ort-Begehung durch eine Elektrofachkraft.
- Brauche ich für AC-Wallboxen immer einen neuen Netzanschluss?
- Nicht immer. Bei wenigen 11-kW-Wallboxen reicht der bestehende Anschluss oft aus. Bei vielen Ladepunkten oder 22-kW-Geräten sollte der Netzbetreiber früh prüfen, ob erweitert werden muss.
- Was ist der Unterschied zwischen 11 kW und 22 kW?
- Eine 22-kW-Wallbox lädt bei gleicher Standzeit etwa doppelt so schnell wie eine 11-kW-Wallbox. Bei beiden Varianten wandelt das eingebaute Ladegerät im Auto den Wechselstrom in Gleichstrom. Für längere Standzeiten über Nacht reichen 11 kW meist aus. 22 kW ist vor allem für größere Akkus und kürzere Standzeiten sinnvoll.
- Lohnt sich eine DC-Säule für ein Handwerks- oder Pflegeunternehmen?
- In der Regel nicht. Die Fahrzeuge stehen nachts und am Wochenende auf dem Hof. AC-Wallboxen reichen und sind deutlich günstiger. DC lohnt sich nur, wenn Fahrzeuge tagsüber mehrfach kurz auf den Hof kommen.



